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Germanistik, Alexander

Was war für die Wahl des Studiengangs entscheidend?

Anfangs Studium der Humanmedizin, nach einem Semester aber Wechsel in den Studiengang Lehramt an Gymnasien für die Fächer Deutsch, Sozialkunde und Philosophie/Ethik – Abschluss mit erstem Staatsexamen im April 2012, momentan Promotion

Haben Sie Ihren Studiengang zwischendurch gewechselt?

Der Studiengang wurde (wie oben erwähnt) gewechselt, weil er die Erwartungen an das Studium nicht erfüllt hat und die „eigentlichen“ Interessen nicht verwirklicht werden konnten. Durch ein reines naturwissenschaftliches Studium fühlte ich mich nicht herausgefordert und das geisteswissenschaftliche Studium löste meine Ansprüche ein. Insofern war es die beste Entscheidung, die ich im Studium machen konnte, zumal ich bereits nach einem Semester gewechselt bin.

Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Beruf gelangt?

Wie erwähnt war die Grundmotivation das Unterrichten, aber auch der Umgang mit Kindern. Auch die Motivation an der Erziehung der Schüler mitzuwirken, also auch einen wichtigen Teil zur Persönlichkeitsbildung beizutragen und vielleicht auch eine Begeisterung für eines (oder mehrere) der unterrichteten Fächer zu wecken, war mir wichtig. In meiner kaufmännischen Ausbildung vor dem Studium hatte ich viel Kontakt mit Schülern, die ich im Rahmen eines Förderprogrammes der IHK für meinen Beruf begeistern durfte. Dies war eine der zahlreichen positiven Erfahrungen und Rückmeldungen für mich, in diesem Bereich weiterzumachen.

Inwiefern hat Sie Ihr Studium auf Ihren jetzigen Beruf vorbereitet?

Das Studium hat mich auf den jetzigen Beruf (also als Doktorand der Komparatistik in einem interdisziplinären Kolleg) sehr gut vorbereitet, weil ich vier unterschiedliche Fächer studiert habe und das interdisziplinäre Arbeiten für mich unabdingbar ist.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?

An meiner aktuellen Berufssituation schätze ich sehr die Freiheit, an dem zu forschen, das mir eine Leidenschaft ist. Das ist der zentrale und aus meiner Sicht der wichtigste Motivator für eine gute Dissertation. In meinem Berufsbereich liegen die Vorteile definitiv in der Forschungsfreiheit und der Vernetzung inner- und außerhalb der eigenen Disziplin.

Welche Dinge sehen Sie kritisch?

Kritisch sehe ich die oftmals nur befristeten Verträge für PostDocs und die daraus resultierende mangelnde finanzielle Absicherung nach der Promotion. Eine langfristige Planung (oder gar Familienplanung) wird unheimlich erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht. Dies sehe ich als den größten Kritikpunkt an meinem Beruf.

Welche Schwierigkeiten hatten Sie in der Berufsfindungsphase?

Der Wechsel des Studiengangs war eine Etappe zur Selbstfindung und zur Selbstbestätigung. In dieser Zeit (die ersten Semester an der Uni) muss man erst seine eigenen Stärken finden und (was meiner Meinung nach noch wichtiger ist) lernen, auch auf diese zu vertrauen.

Haben Sie zum Berufseinstieg Zusatzqualifikationen benötigt?

Durch die Einbindung in einem interdisziplinären Kolleg werden viele Ansprüche abgedeckt, wie z.B. ein English-Workshop für Small Talk oder akademisches Schreiben. In dieser Hinsicht fühle ich mich rundum zufrieden.

Welche Tipps zur Berufswahl würden Sie den Studierenden heute bezüglich Ihrer Studienfächer geben?

Die Studienwahl sollte nach persönlicher Leidenschaft (hier wähle ich bewusst das Wort Leidenschaft – man muss sich nur vor Augen halten, dass man den gewählten Beruf mind. 40 Jahre ausüben wird, und aus dieser Sicht ist Leidenschaft meines Erachtens eine wichtige Konstituente) und langfristigem Interesse erfolgen. Die Arbeitsmarktprognosen sind nur Momentaufnahmen und meist überhaupt nicht aussagekräftig. Außerdem: Wenn man seine Fächer mit Begeisterung unterrichten möchte und sich dies im Studium vergegenwärtigt, werden die Noten dementsprechend gut sein. Folglich braucht man sich um eine Verbeamtung oder eine Stelle als Lehrer nur wenig Sorgen machen.

In Bezug auf eine wissenschaftliche Karriere gilt die Betonung der Leidenschaft umso mehr, da hier die Überschneidung zwischen der höchsten universitären Bildung und der beruflichen Ungewissheit so stark ausgeprägt ist wie in kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich. Das Versprechen der höchsten Bildung und der finanziellen Sicherheit wird hier nur selten langfristig eingelöst. Ohne die Begeisterung für seine Forschungsprojekte oder die Lehre ist die Wissenschaftskarriere kaum durchzuhalten.

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