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Kunstgeschichte und Italoromanistik, Bärbel

Was haben Sie an der FAU studiert?

Ich habe ein Magisterstudium der Kunstgeschichte (1. Hauptfach) und Italoromanische Philologie (2. Hauptfach) absolviert.

Was war für die Wahl des Studiengangs entscheidend?

Persönliches Interesse an Kunst und Geschichte; der Wunsch eine weitere Fremdsprache zu lernen und ein begleitendes Italienischstudium bietet sich bei Kunstgeschichte an, bzw. ist sehr zu empfehlen!

Haben Sie Ihren Studiengang zwischendurch gewechselt?

Ich habe das Studium mit einem Hauptfach und 2 Nebenfächern begonnen. Als zweites Nebenfach hatte ich ursprünglich „Klassische Archäologie“ belegt, habe aber noch im Grundstudium zu einem 2-Hauptfächer-Studium gewechselt. Ich habe diesen Schritt nicht bereut, da ich mir sehr viel Arbeit gespart habe und mir bei der Arbeitssuche daraus keinerlei Nachteile entstanden sind.

Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Beruf gelangt?

Ich mache die Öffentlichkeitsarbeit für eine sehr große Kultureinrichtung der Stadt Nürnberg. Dorthin bin ich durch Kontakte und Empfehlungen gekommen. Ich habe mich für diese Stelle entschieden, weil ich die Kultureinrichtung bereits kannte und dort bereits mehrfach gearbeitet habe (befristete Vertretungen). Bereits vor dem Studium habe ich regelmäßig Praktika absolviert. Meiner Ansicht nach ist das ein entscheidender Faktor dafür gewesen, dass ich nach dem Studienabschluss direkt eine bezahlte Stelle bekommen habe und nicht erst mit unbezahlten Praktika anfangen musste. Ich habe alle meine Praktika in Nürnberg gemacht und kannte somit am Ende meines Studiums im Prinzip alle Kultureinrichtungen der Stadt. Hätte ich sie in anderen Städten absolviert, wäre es vermutlich schwieriger gewesen nach dem Studium in genau diesem Bereich Fuß zu fassen. Es ist zu empfehlen, sich dort einen Einblick in die Kulturszene der Stadt zu verschaffen, wo man arbeiten möchte und frühzeitig Kontakte zu knüpfen.

Inwiefern hat Sie Ihr Studium auf Ihren jetzigen Beruf vorbereitet?

Das Studium hat mich nur sehr begrenzt auf meinen jetzigen Beruf vorbereitet. Die Praktika und wissenschaftlichen Assistenzen in Museen haben weitaus mehr zur Vorbereitung auf den Berufsalltag beigetragen. Was mir sicherlich zu Gute kam, war die Selbstorganisation, die man im Magisterstudiengang gelernt hat, das freie Reden vor Menschen durch die vielen Referate im Kunstgeschichtsstudium und die Lust, sich in unbekannte Themengebiete einzuarbeiten.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?

Mein Berufsalltag ist sehr abwechslungsreich, ich kann meine Arbeitstage relativ frei planen und sehr viele eigene Ideen einbringen und umsetzen. Durch die Vielzahl an unterschiedlichen, hochkarätigen Kulturveranstaltungen bei uns im Haus, habe ich die Möglichkeit, sehr viele interessante Menschen kennenzulernen und zeitgenössische Kultur täglich zu erleben. Ich betreue die Social Media-Kanäle und mehrere Printprodukte, bin Redakteurin der Internetseite und plane öffentlichkeitswirksame Projekte und Veranstaltungen.

Welche Dinge sehen Sie kritisch?

Aufgrund erheblicher Sparmaßnahmen im Kulturbetrieb werden nur sehr wenige Vollzeitstellen ausgeschrieben. Auch ich habe nur eine Teilzeitstelle und dadurch ein sehr geringes Gehalt, von dem man kaum leben kann, geschweige denn eine Familie ernähren. Das Arbeitspensum, das zu bewältigen ist, entspricht jedoch eher dem einer Vollzeitstelle. Das Studium (Magisterstudium) bereitet einen meiner Meinung nach nur ungenügend auf die späteren beruflichen Anforderungen vor und ist sehr weit von der Praxis entfernt, außer man schlägt eine wissenschaftliche Karriere an der Uni ein.

Welche Schwierigkeiten hatten Sie in der Berufsfindungsphase?

Es gibt nur sehr, sehr wenig gut bezahlte Stellen auf die hunderte von Bewerbungen kommen (ich spreche von Waschkörben) und man braucht (in der Regel) einen langen Atem und viel Optimismus, um nach dem Studium durchzuhalten, bis man eine Stelle bekommt. Dadurch, dass ich bereits sehr viel Berufserfahrung zu Beginn meiner Arbeitssuche nach dem Studium hatte, hatte ich einen Vorteil gegenüber meinen Mitbewerbern. Deshalb bin ich relativ schnell zu einer Anstellung gekommen. In den seltensten Fällen ist es mit einer schriftlichen Bewerbung getan, meist ist „Klingelputzen“ angesagt. Nur wer Eigeninitiative zeigt, weiterempfohlen wird oder auf mögliche Arbeitgeber zugeht und sagt: „Ich will bei euch arbeiten!“, hat meines Erachtens eine reelle Chance, im Kulturbetrieb Fuß zu fassen.

Haben Sie zum Berufseinstieg Zusatzqualifikationen benötigt?

Eine professionelle Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche ist meiner Meinung nach unerlässlich, der Besuch von Rhetorikkursen hilft da ungemein. Sehr gute Computerkenntnisse und die Bereitschaft, sich in unterschiedliche Computerprogramme einzuarbeiten, ist Grundvoraussetzung. Mit Kenntnissen in Word ist es da nicht mehr getan, egal ob in der Öffentlichkeitsarbeit, in der Verwaltung von Museumsbeständen oder als Kurator: Man stößt in fast jedem Tätigkeitsbereich auf eigens dafür vorgesehene Programme, mit denen man arbeiten muss.

Welche Tipps zur Berufswahl würden Sie den Studierenden heute bezüglich Ihrer Studienfächer geben?

Ich kann nur für Studenten der Geisteswissenschaften, bzw. der Kunstwissenschaften, sprechen. Mein Tipp, so bald wie möglich damit beginnen, im Kulturbetrieb zu arbeiten, ob in Form von Praktika und wissenschaftlichen Assistenzen! Am besten in verschiedenen Tätigkeitsbereichen, um herauszufinden, was einem am meisten Spaß macht und am meisten liegt. Das sollte man in der Stadt tun, in der man später auch arbeiten möchte. Kontakte knüpfen, nicht schüchtern sein und immer Rat und Hilfe bei bereits Berufstätigen suchen, denn das sind diejenigen, die sich im besten Fall zum richtigen Zeitpunkt wieder an einen erinnern! Ansonsten sollte man das lieben, was man tut und das auch immer wieder formulieren und zeigen, dann klappt’s auch!

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