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Deutsch-Französisches Recht, Rainer

Warum hast Du Dich für deine Studiengänge entschieden?
Ich habe mich in meiner Schulzeit für die französische Sprache und Kultur interessiert und wollte daher auch während meines Studiums für längere Zeit ins französischsprachige Ausland.
Jura habe ich dann in der Oberstufe im Rahmen des Fachs „Wirtschaft und Recht“ näher kennen gelernt. Gegen Ende des letzten Jahres kristallisierte sich dann für mich der Wunsch heraus, mein Interesse für Frankreich und Jura am besten in einem Studiengang zu verbinden.
In diesem Zusammenhang bietet das deutsch-französische Programms einige Vorteile:

  • Zunächst wird die mit einem Auslandsaufenthalt verbundene Vorarbeit zu einem beträchtlichen Teil von den Programmverantwortlichen übernommen, insb. ist den Teilnehmern des Programms ein Platz in einem französischen Wohnheim garantiert.
  • Der Auslandsaufenthalt erstreckt sich über insgesamt drei Semester und ermöglicht so ein genaueres Kennenlernen der Uni und Kultur des Gastlandes. Gleichzeitig werden die Semester in Frankreich in Bezug auf das deutsche Studium als Freisemester angerechnet.
  • Das Programm ist wie ein langfristiger Austausch aufgebaut. Sowohl an der FAU als auch an der Partneruniversität in Rennes beginnen jedes Jahr Gruppen von ca. 15 - 20 Studierenden mit dem Programm. Sie studieren zunächst zwei Jahre im Heimatland, bevor dann zu Beginn des dritten Jahres die Teilnehmer aus Deutschland für drei Semester nach Rennes kommen. Nach Ablauf dieser drei Semester beginnt dann für die Teilnehmer aus Frankreich ihre Auslandsphase, d.h. die - nun gemischte - Gruppe kommt geschlossen nach Erlangen. Die deutschen Studierenden bereiten sich in der Schlussphase wie andere Jurastudenten auch auf ihr erstes Staatsexamen vor.
  • Im Gegensatz zu sonstigen Austauschprogrammen bekommen die Teilnehmer einen vollwertigen Abschluss von der Partneruniversität, nämlich einen Master 2 (für die Teilnehmer aus Deutschland) bzw. einen LL.M. (für die Teilnehmer aus Frankreich).

Wie sieht Dein Unialltag aus?
Zu Beginn und gegen Ende des Studiums unterscheidet sich der Unialltag eines Programmstudenten kaum von dem anderer Jurastudenten, d.h. es werden dieselben Vorlesungen und Übungen besucht sowie Klausuren geschrieben. Jura ist ein Studienfach, in dem es insb. gegen Ende sehr darauf ankommt, sich in Eigenregie (z.B. mit der in der Bibliothek verfügbaren Literatur) bestimmte Rechtsgebiete zu erarbeiten und v.a. Verständnis für das Rechtssystem insgesamt zu bekommen.
Vor dem Auslandsaufenthalt besteht der wesentliche Unterschied darin, dass es für die Programmstudenten einen zweistündigen Französischkurs und mittlerweile auch spezielle Tutorien gibt, mit denen ein erster Einstieg ins französische Recht ermöglicht wird.
Der große Unterschied im Vergleich zum regulären Jurastudium liegt dann im Auslandsaufenthalt in Frankreich. Während der drei Semester taucht man in das Studium einer anderen Rechtsordnung ein, das sich zwar weniger inhaltlich, aber v.a. aufbautechnisch stark vom deutschen Studium unterscheidet. Im Gegensatz zum Studium in Deutschland ist in Frankreich Frontalunterricht und Auswendiglernen angesagt.

Welchen Tipp gibst Du Studieninteressierten bzgl. des Studiums?
Falls ihr Euch für ein Studium mit integriertem Auslandsaufenthalt interessiert, solltet ihr Euch zuerst bewusst machen, dass es in erster Linie darauf ankommt, ob ihr das Hauptfach Eures Studienprogramms interessant findet. In unserem Fall solltet ihr Euch also fragen, ob Euch das Programm v.a. wegen des Jurastudiums oder doch eher nur wegen des Aufenthalts in Frankreich interessiert. Einige brechen das Studium nach ein oder zwei Semestern ab, da sie merken, dass ihnen Jura nicht liegt bzw. sie nicht interessiert. Das ist auch nichts Ungewöhnliches, zumal relativ wenige Schüler sich vorab intensiv mit Jura beschäftigen.
Ihr solltet auch die diversen bi- oder trinationalen Studienprogramme an anderen Universitäten miteinander vergleichen (bzw. in diesem Zusammenhang mit Studenten der jeweiligen Programme in Kontakt treten), insb. im Hinblick auf die angebotene Vorbereitung, die Dauer des Auslandsaufenthalts, die Partneruniversität und die Abschlüsse. Das deutsch-französische Programm in Erlangen bietet insofern Vorteile, als die meisten anderen Programme nur einen Auslandsaufenthalt von zwei Semestern und keinen „Master 2“ vorsehen.
Schließlich solltet ihr Euch auch darauf einstellen, dass das Jurastudium in Deutschland und Frankreich unterschiedlich organisiert ist und ihr daher eine gewisse Zeit brauchen werdet, um Euch umzustellen.

Gibt es bestimmte Stolpersteine?
Die meisten Programmstudenten sind nach der Ankunft in Rennes erstmal geschockt von der sehr verschulten Organisation des Jurastudiums in Frankreich. Da der Fokus dort auf dem Auswendiglernen der Vorlesungen liegt, ist das Studium sehr zeitaufwendig, ohne dass man das Gefühl hat, die fremde Rechtsordnung wirklich zu verstehen. In diesem Punkt dürfte sich das Programm in Erlangen auch kaum von anderen Programmen unterscheiden, weil diese Struktur des Jurastudiums allen französischen Universitäten gemein ist.

Welche Bereiche interessieren Dich besonders?
In inhaltlicher Hinsicht habe ich mich seit Beginn meines Studiums generell für öffentliches Recht interessiert. Ich habe dann in Frankreich zum ersten Mal Vorlesungen zum Völkerrecht und zum Menschenrechtsschutz gehört und mich dann intensiver mit diesen Gebieten auseinandergesetzt. In der Examensvorbereitung muss man sich dann wieder mehr auf alle klausurrelevanten Teilgebiete konzentrieren.

Warum hast Du Dich für die FAU entschieden?
Ich habe für mein Studium ein Stipendium des Max-Weber-Programms Bayern bekommen, das grds. an die Bedingung geknüpft wird, dass man ein Studium an einer bayerischen Hochschule aufnimmt. Deutsch-französische Programme im Bereich Rechtswissenschaft werden in München und an der FAU angeboten. Ich habe mich für die FAU entschieden, da mir Erlangen als typische Studentenstadt besser gefallen hat als die etwas anonyme Großstadt München und weil das Programm in Erlangen einen längeren Auslandsaufenthalt und besseren Abschluss bietet.

In welche berufliche Richtung möchtest Du einmal gehen? Weißt Du schon, ob Du Dich noch weiterqualifizieren möchtest (MA, Promotion)?
Falls ich die Voraussetzungen erfülle, möchte ich gerne promovieren, voraussichtlich zu einem völkerrechtlichen Thema.
Ich habe durch meine Tätigkeit als Tutor für Anfangssemester gemerkt, dass es mir sehr viel Freude bereitet, anderen Wissen zu vermitteln. Daher möchte ich entweder eine Karriere an der Universität weiter verfolgen oder zumindest im Rahmen meines Berufs eine Lehrtätigkeit ausüben.

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