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Kunstgeschichte, Philipp

Warum hast Du Dich für den Studiengang Kunstgeschichte entschieden?

Ich habe mich schon immer für Burgen, Schlösser und Ritter interessiert. Mir war eigentlich schon immer klar, dass ich mal Geschichte studieren möchte. Initialzündung für das Kunstgeschichtsstudium war allerdings ein Fernsehbericht, in dem ein Kunsthistoriker etwas über das Schloss Wilhelmshöhe erzählte. Ich bin also durch die Architektur zur Kunstgeschichte gekommen, die anderen Gattungen wie Skulptur, Malerei usw. habe ich dann erst im Studium richtig kennengelernt. Mein Zweitfach Kulturgeschichte des Christentums habe ich deshalb gewählt, da sich einige Inhalte gut mit Kunstgeschichte kombinieren lassen, z.B. ein archäologisches Seminar über Tempeltypen, Mosaikformen, Mauerformen etc.

Was machst Du als Student der Kunstgeschichte?

Das Studium besteht zu einem Großteil aus Lesen und Schreiben: Um die Objekte kennenzulernen, muss man sich mit einer Menge Forschungsliteratur beschäftigen. Danach kommt das Schreiben: In Kunstgeschichte muss das, was man sieht, in Worte gefasst werden. Wenn ich also in einem Seminar ein Thema über das Berliner Stadtschloss zugewiesen bekomme, muss ich zunächst einmal die Forschungsliteratur durcharbeiten, um das Werk überhaupt kennenzulernen. Um das Gebäude beschreiben zu können, muss ich mir die Architekturterminologie aneignen. Außerdem arbeitet man die verschiedenen Bauphasen heraus und vergleicht das Bauwerk mit anderen Objekten. Natürlich ist es auch wichtig, sich über den Künstler und seine Zeit zu informieren, um den Kontext richtig einschätzen zu können. Über dieses Thema halteich im Seminar ein Referat und arbeite das Thema anschließend zu einer Hausarbeit um. Das Schöne am Kunstgeschichtsstudium ist, dass es eben nicht nur aus Schreibtischarbeit besteht. Dadurch dass man viel Zeit in Museen und Ausstellungen verbringen und direkt am Objekt arbeiten kann, hat man eigentlich immer einen direkten Praxisbezug. Man sollte als Kunstgeschichtsstudent immer mit offenen Augen durch die Stadt gehen, denn überall findet man Kunst, die man im Hörsaal braucht. Im ersten Semesterhaben wir z.B. Architekturterminologie an Dachformen, Giebelformen usw. geübt.

Wie sieht Dein Unialltag aus?

Zuerst einmal pendele ich von Nürnberg nach Erlangen, nachdem die Mieten in Erlangen so teuer sind, dass es viel schwerer ist, eine bezahlbare Bleibe zu finden. In den Vorlesungen hört man sich den Vortrag des Dozenten an und schreibt mit. In den Seminaren ist aktive Teilnahme gefordert. Meist halten wir Referate über Themen, die dann am Ende des Semesters zu etwa 15-seitigen Hausarbeiten aufbereitet werden. In Kunstgeschichte muss man sehr viel vor- und nachbereiten, da viele Themen und Inhalte nur angeschnitten werden können. Selbstständiges Arbeiten ist hier, wie wahrscheinlich in den meisten anderen Fächern auch, das A und O. Man sollte schon viel Eigeninteresse mitbringen, damit das Vor- und Nachbereiten nicht als Last empfunden wird.

Welchen Tipp gibst Du Studieninteressierten für das Studium?

Ein wichtiger Tipp ist: Man sollte gleich im ersten Semester „den Gombrich“ (Ernst H. Gombrich: Die Geschichte der Kunst) lesen. Dazu sind keine Vorkenntnisse nötig. Das Buch ist auch nicht in Fachsprache geschrieben, so dass es auch für einen Kunstgeschichtsanfänger verständlich und nachvollziehbar ist.

Ein zweiter Tipp: Geht mit offenen Augen durch die Stadt. Man muss lernen zu sehen, wo Kunst überall ist. Auch eine Platzgestaltung oder eine Gartenanlage kann Kunst sein.

Es kommt vor, dass man auch mal Themen bearbeiten muss, die einem nicht sofort zusagen oder die langweilig erscheinen. Daraus kann sich im besten Fall ein positiver Effekt ergeben, nämlich wenn man plötzlich merkt, dass auch dieses Thema Interessantes beinhaltet. Man sollte die Kunstgeschichte und die Themen nicht nach persönlichen ästhetischen Empfindungen heraus beurteilen, sondern offen bleiben für die Dinge, die man noch nicht kennt oder die einen im ersten Moment abschrecken. Ein Stolperstein könnte sein, dass man am Anfang des Studiums relativ viel auswendig lernen muss: Kunstwerke, Datierungen, Künstlernamen, aber auch jeweils die Terminologie einer Gattung, also die Fachsprache.

Warum hast Du Dich für die FAU entschieden?

Für Erlangen habe ich mich entschieden, weil ich ohnehin aus der Region komme. Außerdem spricht ein weiteres Detail für den Studienstandort Erlangen: Die Kunstgeschichte befindet sich in einem historischen Gebäude, der Orangerie im Schlossgarten; das ist schon eine wesentlich schönere Studien-Atmosphäre als in Plattenbauten der 60er Jahre. Wir haben dort eine relativ gut ausgebaute Bibliothek. Dadurch, dass der Studiengang vergleichsweise klein ist, ist die Betreuung durch das Lehrpersonal ziemlich gut und die Hörsäle nicht überfüllt. Für die Region spricht einfach, dass sich in der Umgebung sehr viele Kunst- und Kulturangebote finden lassen. Wir haben – für die Kunstgeschichte natürlich ganz wichtig – das Germanische Nationalmuseum und das Neue Museum in Nürnberg; von Gotik bis Moderne ist in der Metropolregion alles vertreten. Das Institut bietet viele Vortragsreihen an, in denen nicht nur hohe Wissenschaft gemacht wird, sondern in denen auch Experten aus ihrem Berufsleben berichten. Was die Exkursionen betrifft, gibt es hier unterschiedliche Angebote. Bisher war ich schon in Japan, in den USA, in Italien und Frankreich, aber natürlich auch sozusagen „vor Ort“ in München, Würzburg oder Bamberg. Schön an Erlangen finde ich auch die kurzen Wege. Eigentlich handelt es sich bei Erlangen an sich um einen Campus.

In welche berufliche Richtung möchtest Du einmal gehen?

Der Master ist ja ohnehin Grundvoraussetzung für die meisten Berufe im Bereich Kunstgeschichte. Den Master möchte ich deshalb auf jeden Fall machen, nicht zuletzt weil ich gerne eine Promotion draufsetzen möchte. Ohne einen Doktortitel hat man im wissenschaftlichen Bereich, also in Forschung und Lehre, aber auch an Museen (z.B. als Kurator), kaum eine Chance. Ich könnte mir gut vorstellen, im Museumsbereich oder im Kunsthandel zu arbeiten oder in der Burgen- und und Schlösserverwaltung.

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