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Rechtswissenschaft, Richard

Warum hast Du Dich für Rechtswissenschaft entschieden?

Ich habe mich für das Jura-Studium entschieden, weil ich mich schon seit meiner Jugend für Fragen über Recht und Gerechtigkeit interessiere. Insbesondere ein gewisser John Grisham hat hier eine Rolle gespielt. Außerdem bestimmt das Recht einen Großteil der jeweils aktuellen gesellschaftlichen Fragen: hier seien nur exemplarisch die Sterbehilfe, die Flüchtlingskrise und Uli Hoeneß genannt.

Zudem bietet sich Juristen eine riesige Vielfalt an Jobmöglichkeiten. Ob Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Unternehmensjurist, Journalist, Politiker oder Dax-Vorstand, Juristen gibt es (nahezu) überall. Ob das immer so gut ist, mag jeder selbst entscheiden…

Wie sieht Dein Unialltag aus?

Das Jura-Studium habe ich als eher traditionell wahrgenommen, d.h. man hat viele Freiheiten mit denen gleichzeitig eine relativ große Eigenverantwortung einhergeht. Darin sehe ich einen wichtigen Unterscheid zu dem eher verschulten Bachelor-Studium. Ich habe ehrlich gesagt nicht allzu viele Vorlesungen besucht, dafür musste ich dann vor den Semester-Abschlussprüfungen natürlich entsprechend mehr lernen. Ob man dazu die Bibliothek bevölkert oder das zu Hause macht ist Typ-Frage.

Was ich immer etwas vermisst habe, ist die „rhetorische“ Ausbildung: Referate und Vorträge der Studierenden finden (fast) nicht statt, intensive Diskussionen kommen in Vorlesungen und Übungen eher selten zu Stande. Da gäbe es sicherlich noch Nachholbedarf. Zumal man als Jurist später auf eine gute Rhetorik so sehr angewiesen ist, wie in wenigen anderen Berufen.

Welchen Tipp gibst Du Studieninteressierten bzgl. des Studiums?

Egal ob man Vorlesungen und Übungen besucht oder nicht: eigenständiges und schematisches Lernen ist das A und O! Dabei gewinnt oft nicht wer viel weiß, sondern wer ein Rechtsgebiet verstanden hat und gelernt hat, mit dem Gesetz zu arbeiten. Wer Paragraphen auswendig lernt, hat das Jurastudium nicht verstanden. Mein ganz persönliches Rezept war stets, den Lernstoff so weit wie möglich auf das Wesentliche zusammenzufassen und ihn dadurch zu durchdringen. Anschließend konnte ich dieses „geballte“ Wissen umso schneller und öfter wiederholen, wodurch es in der Prüfung dann auch wirklich präsent ist. Mit dieser Methode spart man viel Lernzeit und kann das Studentenleben umso mehr genießen.

Gibt es bestimmte Stolpersteine?

Ja. Und zwar genau zwei. Sie heißen erstes und zweites Staatsexamen und sind schon relativ fies. Ich würde das Studium selbst als eher leicht einschätzen. Man kann die meisten Prüfungen mehrmals wiederholen, der Stoff ist überschaubar und die zeitliche Belastung durch Präsenzveranstaltungen eher gering im Vergleich zu Bachelor-Studiengängen. Dafür kommt dann am Ende der große Knall mit dem Examen. Das ist der Deal und das wird einem auch von Anfang an eingebläut. Daher ist es umso wichtiger, sich Lerntechniken anzueignen und trotz der unvermeidlichen „Party-Phasen“ immer irgendwie dran zu bleiben. Dann kommt man auch problemlos wieder in die Materie hinein, wenn es wichtig wird. Mir hat für das erste Examen ein kommerzielles Repetitorium sehr geholfen. Allerdings wird auch das kostenfreie Repetitorium der FAU wohl immer besser und ist mittlerweile eine echte Alternative.

Insgesamt darf man nie vergessen, dass letztlich alle nur mit Wasser kochen und die Angst, die häufig vor dem Examen verbreitet wird, ist eher kontraproduktiv. Zum Zweiten Examen kann ich nicht viel sagen, da es noch vor mir steht. Aber wer das Erste schafft, überwindet in der Regel auch diese Hürde. Insofern bin ich da optimistisch.

Welche Bereiche interessieren Dich besonders?

Im Studium habe ich mich eher für das Internationale Recht interessiert, vor allem das Völkerrecht, der Menschenrechtsschutz und das Europarecht haben es mir angetan. Allerdings war mir auch immer klar, dass ich meine berufliche Zukunft dann doch eher in einem der „klassischen“ juristischen Berufe sehe. Momentan tendiere ich zu Arbeitsrecht oder Strafrecht. Allerdings besteht der große Vorteil der Generalisten-Ausbildung zum Volljuristen gerade darin, dass man die Grundlage legt, sich in jeden rechtlichen Bereich hinein zu arbeiten. Dadurch kann man sich immer wieder thematisch umorientieren.

Warum hast Du Dich für die FAU entschieden?

Das hat eher profane Gründe: ich komme hier aus der Region und war auch persönlich hier gebunden, so dass mir die Entscheidung an der FAU zu studieren leicht fiel. Ich habe diese Entscheidung auch nie bereut. Die FAU ist groß genug, um eine gewisse Anonymität zu bieten, aber nicht so groß, dass man völlig in der Masse untergeht, wie das beispielsweise in München der Fall ist. Da ich eher eigenständig gelernt und weniger Präsenzveranstaltungen besucht habe, können andere die Qualität der Ausbildung besser beurteilen. Was ich aber herausheben kann ist der strafrechtliche Bereich. Da ist die FAU seit Jahren sehr gut aufgestellt.

In welche berufliche Richtung möchtest Du einmal gehen? Weißt Du schon, ob Du Dich noch weiterqualifizieren möchtest (MA, Promotion)?

„Alles kann, nichts muss“ lautet hier mein Motto. Momentan tendiere ich zum Anwaltsberuf, aber es kann auch der Staatdienst oder etwas ganz anderes werden. Als erstes bringe ich mein zweites Examen hinter mich und dann sehe ich weiter. Außerdem kann ich mir eine Promotion und/oder einen LL.M sehr gut vorstellen.

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