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Staatsexamen

Das Staatsexamen stellt einen der klassischen Studienabschlüsse dar und ist nicht direkt mit Masterabschlüssen zu vergleichen. Mit dem Abschluss hat man Zugang zu bestimmten Berufen, die vom Staat reguliert werden (Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte) oder in den Staatsdienst führen (Lehrer, Richter, Staatsanwälte). Je nach Studiengang unterscheiden sich allerdings die Prüfungsweisen.

Beim Studium der Rechtswissenschaften (Jura) gilt es, zwei Examina zu bestehen, wobei das erste Examen lediglich als „Erste juristische Prüfung“, das zweite als Assessorexamen bezeichnet wird. Bei der Ersten juristischen Prüfung wird neben einem staatlichen Prüfungsteil, der 70 % der Gesamtnote ausmacht, auch ein universitärer Prüfungsteil (30% der Gesamtnote) gestellt. Die Pflichtfachprüfung, in Bayern sechs Klausuren und eine mündliche Prüfung, wird von den Justizprüfungsämtern der Bundesländer gestellt und bewertet. Die Schwerpunktbereichsprüfung wird hingegen von der jeweiligen Universität gestellt und besteht in Erlangen aus einer schriftlichen Seminararbeit und einer eigenen mündlichen Prüfung. Für die Prüfung gibt es regulär zwei Versuche, wobei es auch Ausnahmen gibt: Wer bereits direkt nach Beendigung der Regelstudienzeit (also nach 8 Fachsemestern) die Prüfung ablegen will, kann dies als Freiversuch werten und bekommt im Fall des Nichtbestehens einen zusätzlichen Versuch. Falls die Prüfung bestanden wird, man mit der Note aber nicht zufrieden ist, kann man ebenfalls die Prüfung wiederholen, um eine Notenverbesserung zu erreichen. An die erste juristische Staatsprüfung schließt sich eine zweijährige praktische Ausbildung, das so genannte Referendariat, an, welches mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen wird. Für dieses müssen sowohl schriftliche Prüfungen als auch ein Kolloquium (mündliche Prüfung) absolviert werden.

Auch wenn man Lehrer werden will, beschließt man die Ausbildung an der Universität mit einem Staatsexamen. Auch hier gibt es zwei Staatsexamina: Das erste Staatsexamen wird zum Ende des Studiums abgelegt, das zweite nach dem zweijährigen Referendariat bzw. dem Vorbereitungsdienst. Um das erste Staatsexamen ablegen zu können, müssen alle relevanten Prüfungen während des Studiums absolviert und eine Staatsexamenshausarbeit, die sogenannte „Zulassungsarbeit“, verfasst werden. In Bayern ist anschließend ein 24-monatiger Vorbereitungsdienst abzuleisten, in dem vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen im Unterrichten und der Fachdidaktik gewonnen werden können. Das zweite Staatsexamen bezieht sich auf diese Erfahrungen und Kompetenzen und schließt diesen Ausbildungsabschnitt ab.

Einen Sonderfall stellt das Studium der Wirtschaftspädagogik dar. Dieses wird nicht mit einem Staatsexamen abgeschlossen, vielmehr wird der dort erlangte Master-Abschluss mit dem ersten Staatsexamen gleichgesetzt und berechtigt daher auch dazu, als Lehrer zu arbeiten.

Im Medizinstudium gibt es zwei Staatsexamina, der so genannte Erste bzw. Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Die erste Prüfung, auch Physikum genannt, wird nach 4 Semestern (dem vorklinischen Abschnitt) absolviert und beinhaltet sowohl eine schriftliche als auch eine mündliche Prüfung. Im so genannten „Hammerexamen“, das den klinischen Abschnitt beendet, werden alle in diesem Studienabschnitt behandelten Fächer schriftlich und teilweise auch mündlich an insgesamt fünf Tagen geprüft. Wenn das zweite Staatsexamen bestanden wurde, erhält man die Approbation als Arzt, d.h. man ist berechtigt, als Arzt zu arbeiten und sich auch als Arzt zu bezeichnen.

In der Lebensmittelchemie und Pharmazie besteht das Staatsexamen aus drei Teilen, die das Grundstudium, Hauptstudium sowie die praktische Ausbildung umfassen und beschließen. Darüber hinaus muss auch eine Abschlussarbeit verfasst werden, die entweder an einer Universität oder einer anderen geeigneten Einrichtung erstellt wird.


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